Stopp dem Hygienemüll!

Naturpark erstellt Handlungskonzept für bessere Klo-Infrastruktur in der Region

Alle Menschen teilen ein Bedürfnis: Sie müssen aufs Klo – unabhängig von Herkunft, sozialem Status und Alter. Und vor allen Dingen: Es pressiert auch manchmal dann, wenn keine Toilette in der Nähe ist. In der Not muss die Natur herhalten, was nur halb so schlimm wäre, blieben dort nur die kleinen und großen Geschäfte zurück. In aller Regel finden sich im Gebüsch jedoch auch Taschentücher oder andere Hygieneartikel, und spätestens hier wird die Notdurft ein größeres Problem: 

Die Hinterlassenschaften enthalten meist Plastik oder bestehen komplett daraus. Hygieneabfälle wie z.B. Papiertaschentücher, feuchte Tücher, Tampons und Windeln benötigen Jahre bis Jahrzehnte zur Verrottung und setzen dabei Schadstoffe und Mikroplastik frei, das in Böden und Gewässer gelangen kann.  

Gestörte Ästhetik ist noch das kleinste Problem

Der Müll zieht Wildtiere an, die die Materialen aufnehmen und krank werden können. Aber auch allein das "Geschäft" an sich birgt hygienische Risiken, besonders da, wo viele Leute unterwegs sind. Deren Naturerlebnis wird außerdem ästhetisch beeinträchtigt - schön ist es ja nicht, wenn hinter den Wacholdern die benutzten Taschentücher aufblitzen. Nicht zuletzt sind die Nährstoffeinträge durch menschlichen Kot und Urin für die Heidelandschaften nicht förderlich.

Stopp dem Hygienemüll: Naturpark erarbeitet Lösungen

Soweit die Problembeschreibung, auf der sich der Naturpark aber nicht ausruhen will. Um im Naturpark Lüneburger Heide Abhilfe zu schaffen, wird in unserem Auftrag im Jahr 2026 eine Konzeptstudie erarbeitet, die Lösungen liefern soll. Immerhin sind unsere Schutzgebiete aus gutem Grund wenig ausgebaut - die Natur hat Vorrang. Gleichzeitig sind besonders in der Heideblüte täglich tausende Menschen in der Landschaft unterwegs. Wie also ist dem Hygienemüll in der Natur beizukommen ohne aufwändige Infrastruktur, Wasserleitungen oder Entsorgungsproblematik?

Innovative Naturpark-Kommunen gesucht

Schon Ende des Jahres 2026 wollen wir einen großen Schritt weiter sein und zum Beispiel passende Standorte für Kompostklos identifiziert haben.  Wir hoffen auf innovative Kommunen in unseren Reihen, die Lust haben, kreative Lösungen zu finden - zur Erleichterung der Menschen mit dringenden Bedürfnissen und zur Entlastung der Natur. 

EU unterstützt

Das Projekt mit dem offiziellen Namen "Eco-Stop-Konzept - Erstellung eines innovativen Handlungskonzepts zur Minimierung des Hygienemülls in der Natur, zum Schutz sowie zur Attraktivierung des Naturparks Lüneburger Heide" wird von der EU mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus / Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.