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Unsere Natur- und Landschaftsführer*innen im Porträt

Die Natur- und Landschaftsführer des Naturparks vermitteln Ihnen spannendes Hintergrundwissen und erzählen von den großen und kleinen Geheimnissen aus Heide, Wald und Moor. Ebenso spannend sind ihre Werdegänge und Hintergründe - lesen Sie selbst!

Jeden Monat stellen wir hier eine spannende Persönlichkeit vor, mit der Sie unsere Kulturlandschaft das gesamte Jahr über erkunden können. Hier verraten unsere Natur- und Landschaftsführer*innen ihre Lieblingsorte in der Lüneburger Heide und erzählen davon, was sie als Botschafter der Natur motiviert und antreibt.

Anke Winkelmann – Verbotener Spielplatz


März 2021 | Anke Winkelmann

Als Kind liebte ich es an Sonntagen, mit meinem Vater durch unser Pietzmoor in Schneverdingen zu wandern und seine Geschichten zu hören. Aber nicht nur an den Sonntagen zog es mich ins Moor. Meine Freundin und ich machten es oft zu unserem Spielplatz. Natürlich durften wir nicht alleine hin, was uns nicht von unseren Entdeckungstouren abhielt. Das gab leider manchmal nasse Kleidung oder Schuhe, denn nicht jede fest aussehende Stelle war so tragfähig wie wir es uns gewünscht hatten. So gab es doch häufig Ärger, denn wie erklärt man, dass man bei strahlendem Sonnenschein in einen Regen geraten ist?

Das Moor zog uns immer wieder an, und ich bin bis heute nicht davon losgekommen. Es ist immer noch schön dort, und ein Bohlenstieg führt die Besucher trockenen Fußes durch die urige Landschaft.

Inzwischen bin ich Gästeführerin in Schneverdingen und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin im Naturpark Lüneburger Heide. Bei der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen nahm ich an den Lehrgängen des „Grünen Schneeballs“ teil und habe nun auch ein Zertifikat als Kräuterexpertin. Seither koche ich mutig und gerne mit Giersch, Löwenzahn und Brennnesseln.

Mein Mann und ich betreiben Ackerbau auf unserem Hof. Unser Kuhstall stand leer, und so bauten wir vor mehr als 25 Jahren zwei Ferienwohnungen. Um meinen Gästen die schönsten Plätze in meiner Heimat zeigen zu können, ergriff ich die Chance und machte einen Gästeführerkurs. So begann dieser neue Lebensabschnitt. Seit 2005 biete ich nun Gästeführungen in Schneverdingen an. Und als 2007 erstmals eine Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer in der Lüneburger Heide aufgelegt wurde, nahm ich daran auch teil – man kann ja nie genug lernen. Ich freue mich immer, wenn ich Gästen meine Heimat zeigen kann. Und natürlich führen mich auch viele Touren zu meinem alten Spielplatz ins Pietzmoor, das seit vielen Jahren geschützt und renaturiert wird, so dass es seinem mystischen Charakter alle Ehre macht.

Mein Angebot ist vielfältig: Sie können mich zum Beispiel bei einer Radtour durch die Heideflächen Schneverdingens oder bei einem Besuch auf einem Bauernhof begleiten. Hier zeigen wir Ihnen gerne den Betrieb und die Produkte, die auf dem Hof hergestellt und verkauft werden. Wer möchte kann sich auch gerne unsere Biogasanlage anschauen. Damit versorgen wir rund 800 Haushalte mit Strom.

Das Highlight in Schneverdingen ist in jedem Jahr unser Heideblütenfest, immer am letzten Wochenende im August. 75 Heideköniginnen hatten wir schon! Die 74. war meine Tochter Sarah. Da kann ich natürlich einiges aus dem Leben, nein, nicht von der Heidekönigin, sondern von mir erzählen. Oder haben Sie etwa schon einmal ein Brautkleid in der Waschmaschine gewaschen?

Meine Erfahrungen als „echte Heidjerin“ gebe ich gerne weiter – vielleicht bei einer Führung durch unsere Osterheide oder in unserem wunderschönen Heidegarten. Sie können die Führungen über die Schneverdingen Touristik (Tel. 0 51 93/93 800) buchen. Ich freue mich, Ihnen dann einige meiner Lieblingsplätze zeigen zu können.

Jörg Kraus – „Ich bin immer noch ein Dorfkind“


Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide. Mit dem Fernglas um den Hals bin ich durch die Wälder gepirscht und habe die Ruhe in der Natur, die Spannung etwas Neues zu entdecken genossen. So ist es nicht verwunderlich, dass ich mich für den Beruf des Forstwirtes entschieden habe. Das Ökosystem Wald und die Faszination der Natur begleiten auch heute noch meinen beruflichen Alltag.

Die offenen Flächen, die hügelige Landschaft und ihre Wälder prägen das Landschaftsbild der Lüneburger Heide.
Der Baum ist ein wunderbares Instrument die Natur zu gestalten. Der freistehende Baum in der Heidefläche, seine vom Sturm gebeutelte Krone, die ihm sein individuelles Aussehen verleiht. Der Wald mit seinem Mikroklima, den Gerüchen, den unterschiedlichen Geräuschen des Windes und die alten, urwaldähnlichen Laubwälder mit ihrem dichten Unterholz aus Ilex. Ein Ort der die Fantasie anregt. Auch Goethe hat die Herrlichkeit der Natur geschätzt und erkannt, dass sie immer wahrer wird, sich immer mehr entfaltet, immer wieder neu erscheint, wenn man genauer hinschaut, obwohl sie die alte bleibt.

Diese Landschaft zu nutzen ist ein besonderes Privileg. Als Jäger genieße ich die Ruhe auf dem Ansitz, die Spannung Wild zu entdecken, zu erlegen und den Verzehr des Fleisches. Die Imkerei hat mich schon lange fasziniert und seit fünf Jahren stehen ein Paar Völker in meinem Garten. Ich setze mich gerne an meinen Bienenstand, um das Leben der Bienen zu beobachten und anhand der Farbe des Pollens zu erkennen, wo sie ihren Nektar sammeln. Der Geschmack des Honigs, der jedes Jahr variiert, abhängig von Wetter und dem Angebot an Trachtpflanzen, ein Spiegelbild einer Landschaft.

Die Dinge die ich als Kind schon gemacht habe, faszinieren mich auch heute noch mit 50 Jahren. Mit den Augen eines Kindes die Natur wahrnehmen, zu erforschen und neues zu entdecken.
Ich lade dich ein, meine Heimat zu entdecken – meine Angebote findest du unter www.landschafterleben.de

Wolfgang Koltermann – Natur- und Landschaftsführer aus Leidenschaft

Schon als Kind empfand ich die Natur spannend und voller Geheimnisse. Sonntags ging mein Vater mit mir und meinen Geschwistern spazieren. Unterwegs zeigte und erklärte er uns Pflanzen, Bäume und Tiere. Ich denke, da ist meine Liebe zur Natur erwacht.

Schau tief in die Natur
Dann wirst Du alles besser verstehen.

Albert Einstein

Hinaus in die Natur. Ein Aufenthalt im Freien spricht unsere Sinne in vielfältiger Weise an. Lassen wir uns darauf ein, los zu lassen, zu entspannen und Freude zu empfinden. Die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. In den hohen, unendlich blauen Himmel schauen. Den kleinen weißen Wolken nachspüren. Bäume, Blumen und Gräser am Wegesrand bewusst wahrnehmen. Auf den Gesang der Vögel achten. Sehen, fühlen, hören, riechen, bewusst atmen. Naturerlebnisse berühren. Wenn man sich berühren lassen will. Die Natur hält zahlreiche Geheimnisse bereit, die es zu entdecken gilt. Jüngste wissenschaftliche Studien belegen, dass sogenannte Terpene – gasförmige Teilchen, die von Pflanzen und Bäumen ausgesondert  werden – unser Immunsystem stärken.

Sind Sie bereit, sich ergreifen zu lassen, Inne zu halten, hin zu hören, hin zu sehen? Die Vielfalt der Natur auf sich wirken zu lassen?  Kommen Sie mit mir auf eine Erlebnistour. Entdecken Sie die faszinierende Natur, meine Lieblingsorte, Pflanzen und Tiere. Atmen Sie kräftig durch, entspannen Sie sich beim Wandern durch Wald und Heide.  Stärken Sie Ihr Immunsystem.  Als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer freue ich mich, mit Ihnen auf  Entdeckungsreise zu gehen.

Also: Schuhe an und raus in die Natur! Sie erreichen mich telefonisch: 0 41 32 / 13 67 oder per Mail: wolfgang.s.koltermann@web.de

Bettina Brockmann - "Ich bin pflanzenlieb!"


Bettina Brockmann

Sie haben das Wort noch nie gehört? Da sind sie nicht allein. Der Duden kennt das Wort auch nicht. Das Wort „tierlieb“ dagegen kennt wohl jeder.  Ist das nicht seltsam?

Meine Liebe und Faszination für Pflanzen begann bereits in meiner Kindheit und zwar kurioserweise mit folgendem Witz:

Treffen sich zwei Vegetarier, sagt der eine: „Bist Du auch aus Tierliebe Vegetarier geworden?“ Antwortet der andere: „Nein Hass. Bei mir ist es der Pflanzenhass!“

Diese Aussage hat mich immer sehr verwirrt und vielleicht dazu beigetragen, dass ich später Biologie studiert habe. Das Gespräch ist natürlich deshalb so absurd, weil man Pflanzen normalerweise nicht hasst. Niemand wundert sich, wenn man Spinnen hasst oder Schlangen. Aber Pflanzen? Die hasst man eher nicht. Vermutlich, weil die meisten Menschen Pflanzen nicht als intelligente fühlende Wesen wahrnehmen, sondern nur als Nahrung oder vielleicht als Dekoration.

Pflanzen sind aber viel mehr! Sie haben eine Vielzahl von Sinnen, sie nehmen Licht wahr, Berührung, Schwerkraft, die chemische Zusammensetzung des Bodens und noch vieles mehr. Sie können kommunizieren, sowohl untereinander als auch mit anderen Lebewesen. Sie können sich wehren, sogar tödlich sein, sie können manipulieren, lügen und betrügen. Sie tun das tagtäglich, direkt vor unserer Nase aber häufig so subtil, dass wir das gar nicht merken.

Oder wussten Sie, dass es Pflanzen gibt, die uns ihren Nachwuchs heimlich unterjubeln, damit wir ihn an einen anderen Ort tragen? Oder dass manche Pflanzen Ameisen mit Nektar so manipulieren, dass sie die Pflanze beschützen? Eine private Ameisenarmee zu haben wäre schon eine tolle Sache, doch obwohl der Mensch als das am höchsten entwickelte Säugetier gilt, gelingt ihm die Manipulation von Ameisen nur im Film „Ant-man“.

Sind Pflanzen damit vielleicht sogar intelligenter als wir? Soweit würde ich nicht gehen. Aber vielleicht haben sie Lust mich einmal auf eine meiner Kräutertouren zu begleiten. Die Führungen im Naturpark Lüneburger Heide sind eine Herzensangelegenheit für mich, denn ich möchte anderen Menschen gern die Augen öffnen für die faszinierenden Überlebensstrategien der Pflanzen und aufzeigen, wie wir diese auch für uns nutzen können.

Tauchen sie ein in die geheimnisvolle Welt der Pflanzen und lassen sie sich überraschen. Sie finden meine Angebote und die meines Mannes unter der Adresse www.heide-ranger.de - ich freue mich auf Sie!